Loading

Klimatipps


25 Jahre Klimabündnis Marktgemeinde Gablitz!

Mitte November 2025 wurden wir als Gemeinde bei einem Empfang in Tulln von Klimabündnis-NÖ-Geschäftsführerin Petra Schön und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf für die langjährige Mitgliedschaft im Klimabündnis ausgezeichnet. Mit dabei waren die Gemeindevertreter:innen Miriam Üblacker, Bernhard Haas und Florian Ladenstein.

Vieles erreicht, aber noch nicht am Ziel

In den vergangenen Jahren konnten gemeinsam bereits einige gute Projekte im Klima- und Umweltbereich umgesetzt werden - von Energiesparmaßnahmen, der Raus aus Öl & Gas Initiative, dem Fokus auf Erneuerbaren Energien bis hin zu den Klimaschritten. Noch sind wir aber nicht am Ziel - es bleibt weiterhin viel zu tun, um eine lebenswerte Zukunft und intakte Natur sicherzustellen.

Passend dazu fand auch ein produktives Arbeitstreffen in der Gemeinde statt, bei dem wir die nächsten Schritte für weitere Maßnahmen im Umweltbereich besprochen haben. Der Blick richtet sich klar nach vorne: auf konkrete Verbesserungen und nachhaltige Entwicklungen für Gablitz.

Mit umweltfreundlichen Grüßen
Florian Ladenstein
Geschäftsführender Gemeinderat für Umwelt, Natur- und Klimaschutz

Infobox Klimabündnis:

Das Klimabündnis ist das größte europäische Klimaschutz-Netzwerk. In Niederösterreich arbeiten über 800 Gemeinden, Betriebe und Bildungseinrichtungen sowie dem Bundesland Niederösterreich gemeinsam an lokalen Antworten auf die globale Klimakrise. Die Partnerschaft mit indigenen Organisationen am Rio Negro schützt eine Fläche des Amazonas-Regenwaldes 1,6-mal so groß wie Österreich. Und das bereits seit 1990.


Tipp #1 für ein gutes Klima

Natur- und Klimaschutz geht auch ganz einfach am eigenen Balkon, im eigenen Garten oder in den eigenen 4 Wänden. Beim Garteln kann beispielsweise auf Folgendes geachtet werden: 

  • Vermeiden Sie Blumenerde mit Torf, da dieser unter Zerstörung des Lebensraums aus Mooren gewonnen wird, die unberührt große Mengen an CO2 binden können. 

  • Achten Sie auf die Herkunft Ihres Saatguts oder Ihrer Pflanzen - heimische und biologische Pflanzen sind für die Umwelt deutlich schonender. 

  • Verzichten Sie beim Kampf gegen unerwünschte Insekten oder Unkräuter auf chemisch-synthetische Pestizide. 

  • Bauen Sie für Ihre natürlichen Helferleins ein Hotel: Durch Nützlingsunterkünfte können Sie ohne Chemie Schädlinge zurückdrängen. 

  • Artenvielfalt ist auch am Balkon möglich: Wildblumen, Kräuter und verschiedene Gemüse- und Obstsorten erfreuen Menschen und Insekten auch auf kleinerem Raum.

Mehr Tipps zum ökologischen Garteln gibt es unter anderem bei Natur im Garten oder Global 2000.

Tipp #2 für ein gutes Klima

Unser Essen ist ein hoch emotionales Thema, über das immer wieder gerne lautstark diskutiert wird. Es ist aber auch ein Thema, das sich direkt auf das Klima auswirkt. Woher kommen die konsumierten Produkte, aus was bestehen sie, wie wurden sie angebaut - alles Fragen, die sich auf die jeweilige Klimabilanz auswirken. Folgende Erkenntnisse aus der Wissenschaft können Sie in Ihrer Ernährungsentscheidung unterstützen:

  • Mittlerweile gibt es beinah jedes Produkt das ganze Jahr hindurch zu kaufen. Dies bedeutet, dass entweder Produkte über lange Distanzen nach Österreich gebracht werden oder aber unter hohem Energieaufwand in Glashäusern außerhalb der eigentlichen Saison in Österreich produziert werden. Sieht man sich das Beispiel der Tomaten an, zeigt sich, dass die oft beworbene regionale und saisonale Ernährung deutlich besser für das Klima ist. 1 kg Tomaten aus Spanien kommen bei konventioneller Produktion auf 609 g CO2-Äquivalente, Tomaten aus einem Glashaus in Österreich bei konventioneller Produktion auf satte 1,296 g CO2-eq und Tomaten aus Österreich bei biologischer Produktion auf 109 g CO2-eq. Österreichische Tomaten im Dezember zu kaufen, ist daher trotz Regionalität kein Beitrag zum Klimaschutz. Nur regional einzukaufen reicht nicht - Regionalität und Saisonalität sollten immer in Kombination betrachtet werden.

  • Die durchschnittliche österreichische Ernährungsweise, die große Mengen an Fleisch beinhaltet, führt pro Person und Jahr zu Treibhausgasemissionen von 1257 kg CO2-eq. Eine vegetarische Ernährung, die Fleischprodukte meidet, ist hingegen bereits klimafreundlicher - hier entstehen 849 kg CO2-eq. Klarer Sieger ist jedoch eine vegane Ernährung, die tierische Produkte zur Gänze ablehnt, hier werden nur 366 kg CO2-eq verursacht. Jedes Gericht mehr ohne Fleisch, Milch, Käse, Ei etc. kann daher ein Beitrag zum Klimaschutz sein. 

  • Alle Produkte, die als biologisch deklariert sind, müssen klare Richtlinien einhalten - dazu zählt etwa, dass chemisch-synthetische Pestizide, Hormone, sowie Gentechnik verboten sind. All diese zusätzlichen Kriterien führen im Vergleich zu einer konventionellen Landwirtschaft zu einer höheren Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit. Auch in der Klimabilanz schneidet die biologische Landwirtschaft besser ab (bei Freilandgemüse etwa um bis zu 35% weniger CO2-eq), dies wird aufgrund des höheren Flächenbedarfs bzw. des niedrigeren Ertrags je Hektar jedoch nur schlagend, wenn gleichzeitig weniger tierische Produkte konsumiert werden. Werden weiterhin hohe Mengen tierischer Produkte konsumiert, auch wenn in biologischer Qualität, kann dies durch den großen Bedarf an Futtermitteln und dem damit verbundenen Flächenbedarf zu Landnutzungsänderungen führen, die in einer Klimabilanz die positiven Effekte der biologischen Landwirtschaft zunichte machen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass regionales und saisonales Gemüse aus biologischer Landwirtschaft dem Klima am meisten Freude bereitet.

Tipp #3 für ein gutes Klima

Natur- und Klimaschutz geht auch ganz einfach im eigenen Garten:

  • Wildbienen kann durch Aussaat oder gezieltes Fördern von heimischen Wildblumen geholfen werden. Blumenwiesen, Blumenrasen oder Wildstaudenbeete (z.B. mit Königskerze, Schafgarbe, Natternkopf, Dost…) erfreuen diese Insekten besonders.  
    Wildes Eck: Vor allem in großen Gärten finden sich sicher Stellen, welche der Natur als Rückzugsort für Nützlinge dienen können. Rotkehlchen oder Zaunkönig sind fleißige Insektenjäger und brauchen als Bodenbrüter Orte an denen die Vegetation höher wachsen kann. Das kann ein Brennnesseldickicht sein, oder ein Heckensaum, der den Übergang von der Wiese zur Hecke schafft.
    Heimische Wildsträucher wie Salweide, Dirndlstrauch, Liguster oder Schwarzer Holunder bieten den erwachsenen Insekten Nahrung in Form von Nektar und Blütenstaub. Ihre Blätter versorgen zusätzlich Schmetterlingsraupen mit Nahrung.
    Kräuterbeete sind eine Blütenoase für Insekten. Hier wären vor allem Lippenblütler wie Ysop, Lavendel oder Salbei, welche sehr gerne von Bienen und Hummeln angeflogen werden, zu nennen. Doldenblütler (z.B. Dille) und Korbblütler sind bei Schwebfliegen sehr beliebt.

Mehr Tipps zum ökologischen Garteln gibt es bei Natur im Garten